Scheinfasten - Was ist das eigentlich?
18. Oktober 2021
Fasten wird von immer mehr Medizinern als eine Art Allheilmittel angepriesen. Doch viele Menschen scheuen den radikalen Verzicht, oft auch im Hinblick auf ihren stressigen Arbeitsalltag. Der italienische Gerontologe Prof. Valter Longo hat mit seinem Team der University of Southern California viele Jahre an einer Alternative geforscht, die das Fasten alltagstauglich und für jeden umsetzbar machen soll. Das Ergebnis ist das sogenannte „Scheinfasten“, die Fasting Mimicking Diet, die er unter dem Label "ProLon" vertreibt. Ein Selbstversuch…
Unbezahlte Werbung / Produktnennung.

Beim Scheinfasten mit dem ProLon-System darf man essen – das klingt erstmal gut. Der „Speiseplan“ besteht aus Tütensuppen, Riegeln, Crackern und Oliven. Ergänzt wird das Ganze mit dem sogenannten „L-Drink“, einem süßlichen Sirup mit Zitronen- oder Orangengeschmack, der mit Wasser aufgefüllt wird. Dazu kommen noch Nahrungsergänzungskapseln, die Vitamine, Mikronährstoffe oder Algenöl enthalten. Alles, was man sonst noch braucht, ist Wasser. Das summiert sich dann auf etwa 750 kcal pro Tag, am ersten Tag etwas mehr.
Üppig ist die Nahrungsaufnahme also auch beim Scheinfasten nicht. Aber erstaunlicherweise reicht es doch, um relativ hungerfrei durch die fünf Tage zu kommen. Natürlich hatte ich nach wie vor Lust auf bestimmte Nahrungsmittel, aber die teilweise recht starke Entkräftung, die das Heilfasten unter normalen Umständen häufig mit sich bringt, blieb zumindest in meinem Fall aus.
Praktisch ist, dass Scheinfasten ohne Abführen und größere Einleitungsphasen auskommt. Lediglich ein Koffeinentzug wird empfohlen. Und das ist wohl der wichtigste Unterschied zum normalen Heilfasten: es ist alltagstauglich. Alles, was man braucht, wird frei Haus geliefert. Der Scheinfastende hat keine Mühe mit Vor- bzw. Nachbereitung und schafft es vergleichsweise gesättigt durch den Tag. Die Tütensuppen lassen sich in jeder Büroküche zubereiten – im Zweifel sogar in der Mikrowelle. Für gestresste Berufstätige ist es also durchaus eine gute Alternative.
Die Frage, ob die Autophagie – also die Zellreinigung, die ja ein sehr wichtiges Fastenziel ist – vom Körper beim Scheinfasten in gleichem Maße durchgeführt werden kann, wie beim echten Fasten, ist sicher nicht final beantwortet. Die Blutwerte, die von der Firma ProLon und Prof. Valter Longo in Studien vor und nach der Kur genommen wurden, deuten zumindest darauf hin.
Egal, ob Fasten oder Scheinfasten: In jedem Fall findet eine Entgiftung von Zucker, industriell verarbeiteten Lebensmitteln, fettigem Essen und Koffein statt, was immer auch ein guter Start in eine gesündere Ernährungsweise sein kann. Bei mir persönlich standen am Ende stattliche 3,5 Kilo weniger auf der Waage, was für ein fünftägiges Programm wirklich gut ist. Um aber dauerhaft Gewicht zu verlieren, kann eine Fastenkur nur die Kick-Off-Veranstaltung sein.
Verbesserungswürdig beim ProLon-System ist auf jeden Fall das Thema Verpackungen. Jede Kapsel für jeden Tag ist einzeln in eine großzügige Kunststoff-Verpackung gehüllt. Und muss es wirklich sein, fünfmal die Einzelportion von zehn Oliven jeweils separat zu verschweißen? Die Intention dahinter ist klar: Der Verbraucher soll es möglichst einfach haben. Kein Nachdenken, kein Zählen, kein Abwiegen. Jede Mahlzeit direkt griffbereit zum Verzehr. Doch ich denke, ein bisschen mehr „Hirnarbeit“ kann man dem Verbraucher heutzutage im Sinne einer ökologischen Nachhaltigkeit doch zumuten. Zumindest sollte es möglich sein, die beschichteten Folienverpackungen ökologisch verträglicher zu wählen. Hier gibt es ja inzwischen vielfältige Alternativen auf dem Markt.
Fazit: Scheinfasten ist einfach, leicht in den Alltag zu integrieren und wissenschaftlich gut untersucht. Die Riegel und Suppen schmecken recht ordentlich, sodass sich das Ganze leicht durchhalten lässt. Doch das hat auch seinen Preis: Mit 179 Euro für fünf Tage ist das Programm nicht eben günstig. Vor allem im Vergleich zum herkömmlichen Fasten, denn das gibt es ja zum Nulltarif. Doch zahlt man bei ProLon weniger die Lebensmittel selbst, als die langjährige Forschung, die dahinter steht. Wer es ausprobieren möchte, bekommt mit diesem Link 10 Prozent Rabatt (ProLon Rabatt-Code: 9KPB58).
Hinweis:
Eine Probepackung der ProLon Scheinfastenkur wurde mir vom Unternehmen freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Diese Tatsache hat keinen inhaltlichen Einfluss auf diesen Artikel.

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