Die 5 wichtigsten Ernährungs-Tipps des Ayurveda

21. Juli 2020

Das Medizinsystem des Ayurveda gibt uns eine ganze Reihe von Tipps für den Alltag an die Hand. Dabei spielt das Thema Ernährung stets die Schlüsselrolle. So kann die richtige Ernährungsweise nicht nur helfen, Krankheiten vorzubeugen, sondern trägt auch als therapeutische Maßnahme ganz wesentlich zur Heilung bei. Im Gegenzug macht dauerhaft falsche Ernährung krank. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit, doch tatsächlich messen wir im Alltag der Ernährung noch immer einen viel zu geringen Anteil an unserer Gesundheit bei. Hier die wichtigsten Ernährungstipps des Ayurveda...

1. Ernähre Dich typgerecht
Im Ayurveda gibt es nur vergleichsweise wenige Empfehlungen, die für alle gelten. Daher ist es besonders wichtig, dass Du Deine Konstitution (Dosha) und im Idealfall auch Dein aktuelles Ungleichgewicht kennst. Bist Du ein Vata-Typ? Dann solltest Du beispielsweise Rohkost und Knäckebrot eher meiden und dich besser warm und gerne auch immer mit einem Schuss wertvollem Öl ernähren. Hast Du als Pitta-Typ Magenprobleme wie Sodbrennen oder Magengeschwüre? Dann solltest Du – neben einem ganzheitlichen Behandlungsansatz mit anderen ayurvedischen Maßnahmen – auch unbedingt durch die Ernährung Dein Pitta-Dosha senken. Statt zur Chili greifst Du dann also besser zu kühlenden Gewürzen wie Kardamom oder Fenchel. Als Kapha-Mensch wiederum kannst Du Dir mit scharfen Gewürzen so richtig einheizen und auch gerne mal eine Mahlzeit auslassen (Intervallfasten). Du hast keine Ahnung, welcher Typ Du bist oder ob bei Dir ein Dosha-Ungleichgewicht vorliegt? Vereinbare hier einen individuellen Termin zur Konstitutionsanalyse (Online-Termine möglich).

2. Iss nur, wenn Du wirklich Hunger hast
Einfacher Tipp, aber im Ayurveda wirklich essentiell! Hunger zeigt Dir an, dass die letzte Mahlzeit verdaut ist und das Verdauungsfeuer „Agni“ wieder bereit ist, um neue Nahrung zu verbrennen. Allerdings gibt es auch hier wieder Ausnahmen, die von der individuellen Konstitution abhängig sind: Manche Konstitutionstypen neigen dazu, das Essen zu vergessen – ohne dabei Hunger zu verspüren. Wenn Du zum Beispiel ein Vata-Typ bist, der den ganzen Tag nichts essen kann, ohne hungrig zu werden, solltest Du Dich dennoch an regelmäßige Mahlzeiten dreimal täglich halten, um Vata nicht weiter zu erhöhen. Auch Kapha-Menschen verspüren häufig keinen wirklichen Hunger. Sie dürfen aber sehr gerne eine Mahlzeit auslassen oder auch länger fasten. In der Regel sollten mindestens vier bis fünf Stunden zwischen den Mahlzeiten liegen.

3. Optimales Trinkverhalten
Viel Trinken ist für die meisten von uns gut, aber zur falschen Zeit löscht es das Verdauungsfeuer Agni. Ayurveda empfiehlt, rund um eine Mahlzeit nur wenig und vor allem nichts Eiskaltes zu trinken. Ein Glas warmes Wasser, gerne auch mit einem Stück Ingwer, sind da die beste Wahl. Morgens als allererstes ist ein Glas warmes Wasser eine gute Idee, um Agni anzuregen. Heißes (Ingwer-)Wasser in eine Thermoskanne füllen und den Vormittag über in kleinen Schlucken trinken ist ebenfalls eine Empfehlung aus dem Ayurveda. Auch etwas frische Zitrone kann dem heißen Wasser zugegeben werden.

4. Die richtige Menge zur richtigen Zeit
So viel Nahrung, wie in Deine beiden Hände passen würde, wenn Du sie zu einer Schale formen würdest – das ist die richtige Menge pro Mahlzeit. Am Ende der Mahlzeit sollte Dein Magen nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt sein. Du solltest Dich weder voll noch schlapp fühlen, sondern gut genährt und zufrieden. Auf Snacks zwischendurch solltest Du verzichten, zwei bis drei Mahlzeiten am Tag sind aus ayurvedischer Sicht optimal. Dabei wird die Hauptmahlzeit stets zur Mittagszeit empfohlen, da hier das Verdauungsfeuer am stärksten ist. Dann ist auch Rohkost oder Salat bekömmlicher. Morgens empfiehlt sich ein ayurvedischer Brei (hier geht’s zum Rezept) und am Abend ist eine leichte warme Suppe optimal. 

5. Frisch gekocht, warm und qualitativ hochwertig
Aus ayurvedischer Sicht können nur frische und hochwertige Lebensmittel, also solche mit sattvischer Qualität, zu Ojas umgewandelt werden, der Essenz des Lebens, die wir alle für unseren Körper brauchen. Aus Ojas entstehen die Dhatus, die Hauptgewebe des Körpers. Minderwertige, alte oder abgestandene Nahrung führt dagegen zu Ama (Stoffwechselschlacken), da sie vom Körper nicht ordentlich verdaut werden kann. Also heißt die Devise: saisonal, regional und möglichst naturbelassen in Bio-Qualität einkaufen. Es ist absolut nicht nötig, auf indische Kost umzusteigen, um sich ayurvedisch zu ernähren. Alle Rezepte, die von der Geschmacksrichtung und den Zutaten her zu Deinem Konstitutionstyp passen, sind aus ayurvedischer Sicht perfekt. Einen ausführlichen, auf Dich abgestimmten Nahrungsmittelplan erhältst Du im Rahmen einer Ayurveda-Sprechstunde

Fazit: 
Mache Ernährung nicht zur Religion, sondern versuche, Deiner Intuition - Deinem "Bauchgefühl" zu folgen. Neben dem reinen "wann, was und wie viel" sind Leichtigkeit und Freude wichtige Elemente in der ayurvedischen Ernährung. Ein Yogakurs kann dabei helfen, den eigenen Körper und die eigenen Bedürfnisse wieder besser wahrzunehmen. Frisch gekocht, warm und qualitativ hochwertig sollte die Nahrung sein - und natürlich passend zum individuellen Konstitutionstyp.

Als Heilpraktikerin und medizinische Ayurveda-Spezialistin erstelle ich gerne für Sie einen auf Ihre Konstitution abgestimmten Ernährungsplan. Hier geht's zur Terminvereinbarung. 


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