Yoga für das Kapha-Dosha
10. Juni 2020
Ayurveda lehrt uns, immer typgerecht und ausgleichend zu äußeren Einflüssen zu Handeln. Im zweiten Teil der dreiteiligen Reihe beschäftigen wir uns mit der passenden Yogapraxis für Menschen mit Kapha-Konstitution. Wie sollte ein Mensch mit viel Kapha Yoga üben? Lesen Sie mehr dazu...

Kapha ist das Prinzip von Aufbau, Wachstum und Stabilität. Die Elemente Erde und Wasser sind hier vorherrschend. Kapha-Konstitutionen sind in der Regel eher gemütliche, ausgeglichene Familienmenschen, die meist kompakt gebaut sind. Ruhe, Beständigkeit, Traditionsbewusstsein und eine gewisse Liebe zum Schlafen zeichnen den Kapha-Typ aus. Überschießender Ehrgeiz und sportlicher Übereifer sind nicht seine Themen. Im Gegenteil neigt Kapha eher dazu, es etwas zu
ruhig angehen zu lassen.
Eine Kapha-Störung, also eine ungesunde Ansammlung des Kapha-Dosha, kann z.B. zu Lethargie, Schleimansammlung, Ödemen oder Depression führen. Ein körperliches oder geistiges Schweregefühl, Gewichtszunahme bis hin zu Diabetes sind häufige Folgen.
Sport-Yoga als Ausgleich?
Hier müssen wir aufpassen! Der Kapha-Typ soll sich sportlich betätigen und gerne auch häufig ins Schwitzen kommen. Doch Yoga ist nun einmal kein Sport und sollte nicht als Cardio-Training missbraucht werden. Also gilt für Kapha: anregende, aktivierende Yogapraxis ja, Sport-Yoga nein! Ideal für den Kapha-Typ sind gelenkschonende, leichte Lauftrainings (z.B. Nordic Walking) oder sportliche Fahrradtouren. Unterstützt werden kann das „Einheizen“ durch scharfe Gewürze.
Wie sieht die passende Yogapraxis für Kapha aus?
Kapha-Konstitutionen sollten „reduzierend“ Yoga praktizieren, also sogenannte „langhana“-Techniken einbauen. Das ist für Kapha-Menschen allerdings nicht immer angenehm, denn in der Regel lieben sie eher den meditativen, entspannenden Teil der Yogapraxis. Doch dabei besteht immer die Gefahr, schnell wegzudriften und die geistige Ausrichtung zu verlieren. Für diese Menschen ist es besonders wichtig, einen guten Ausgleich zwischen aktivierender Asana-/Pranayama-Praxis und der Stille der Meditation herzustellen. Um im Fokus zu bleiben, eignen sich Mantren sehr gut.
Auch hier möchte ich nochmal betonen, dass Aussagen wie „Asana XY ist gut für Kapha“ nicht zielführend, ja sogar gefährlich sind. Eine ordentliche ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen ist notwendig, um die passende Praxis für jeden Einzelnen zu gestalten. Dabei müssen junge, gesunde Menschen anders üben als ältere kranke – auch wenn Sie eine ähnliche Dosha-Konstitution haben. Stark übergewichtige Yogis benötigen meistens Asana-Varianten, um bestimmte Übungen mit der gewünschten Wirkung durchführen zu können. Grundsätzlich kommt es weniger auf die einzelnen Asana an, als vielmehr auf die innere Einstellung und die damit verbundene Art und Weise, WIE geübt wird.
Was sind die optimalen Qualitäten einer gelungenen Kapha-Yogapraxis?
- Geistig „wach“ bleiben – also Übungen einbauen, die Aufmerksamkeit benötigen (z.B. mit Fingermudras oder komplexeren Abfolgen arbeiten)
- Drehhaltungen und Vorbeugen sind gut geeignet, aber auch etwas fordernde Krafthaltungen - diese dürfen allerdings die Gelenke nicht zu stark belasten
- Langhana-Praxis, z.B. mit Atemverhaltungen (Kumbhaka) oder Bandha
- dynamisch im Atemrhythmus üben
- Atemübungen und Meditation mit Mantren
Gerne erarbeite ich für Sie ein individuelles yogatherapeutisches Programm, das ihrem Dosha und ihren körperlichen Voraussetzungen gerecht wird (Beratung auch online möglich).

Weiterbildung muss nicht immer im Seminarraum stattfinden. Immer mehr Menschen entdecken Bildungsurlaube, die Lernen mit Bewegung, Naturerlebnissen und persönlicher Entwicklung verbinden. Besonders beliebt sind Angebote, bei denen die Inhalte während geführter Wanderungen in den Bergen erarbeitet und durch Yoga-Einheiten ergänzt werden. Doch warum lohnt sich ein Bildungsurlaub mit Wandern und Yoga überhaupt? Welche Vorteile haben Arbeitnehmende davon – und warum sollten Arbeitgeber solche Bildungsmaßnahmen unterstützen?

Der Berufsalltag wird für viele Menschen zunehmend anspruchsvoller: Hohe Arbeitsdichte, ständige Erreichbarkeit und die Herausforderung, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen, können langfristig zu Stress und Erschöpfung führen. Umso wichtiger wird es, wirksame Strategien für Gesundheit, Resilienz und nachhaltige Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Ein Bildungsurlaub mit den Schwerpunkten Yoga und Ayurveda bietet hierfür eine wertvolle Möglichkeit, neues Wissen zu erwerben und gleichzeitig aktiv etwas für das eigene Wohlbefinden zu tun. Das kommt letztlich nicht nur den Arbeitnehmenden, sondern auch den Arbeitgebern zugute. Deshalb ist das Recht auf 5 Tage Bildungsurlaub pro Jahr als "Zusatzurlaub" inzwischen in fast allen Bundesländern gesetzlich verankert.













