Ghee - Das Gold des Ayurveda

28. August 2019

Kaum ein anderes Nahrungsmittel wird im Ayurveda so hoch gelobt wie Ghee, die geklärte Butter. Es ist eine wahre Allzweckwaffe: Man reibt es sich auf Kopf, Augen, Fußsohlen – ja auf den ganzen Körper. Man trinkt es täglich zu Beginn einer Pancakarma-Reinigungskur. Man setzt es, gemischt mit Kurkuma, ein bei Entzündungen, Verbrennungen oder Akne. Und man nutzt es natürlich auch zum Kochen. Was macht dieses Butterfett eigentlich so wertvoll? 


Zunächst einmal hat es den (besonders im schwül-heißen Indien) unschlagbaren Vorteil der fast unbegrenzten Haltbarkeit – auch ohne Kühlschrank. Angeblich wird 100jähriges Ghee in indischen Tempeln sogar als heilig verehrt und zeremoniell genutzt. Je älter, desto wirkungsvoller – sagt der Ayurveda. Ghee wird bei seiner Herstellung von Proteinen, Milchzucker und Wasser befreit. Deshalb verdirbt es nicht mehr, die Allergene aus dem Milcheiweiß sind weg und das Ganze kann vom Körper sehr leicht und gut aufgenommen werden. Aus ayurvedischer Sicht entstehen so keine Stoffwechselschlacken, die ansonsten Ursache von Krankheiten sein können. Im Gegenteil: Ghee soll sogar Schadstoffe binden, die dann über die Verdauung ausgeschieden werden können.

Entsprechend ist Ghee das Nonplusultra für die Küche und kann als einziges Fett in der Küche verwendet werden. Es verleiht dem Essen einen leckeren Buttergeschmack und kann auch hocherhitzt werden. Ideal also auch zum Braten oder Backen. Und noch ein Vorteil bei der Verwendung in der Küche: es intensiviert Aroma und Geschmack von Gewürzen und Nahrungsmitteln. Ghee macht also jedes Essen noch ein bisschen leckerer. 

Aber es hat auch gesundheitliche Vorteile. So fördert es die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K (das tun andere Fette allerdings auch). Ghee ist für Menschen mit Laktoseintoleranz geeignet und enthält entzündungshemmende Linolsäure, die zu den essentiellen Omega-6-Fettsäuren gehört und nicht vom Körper selbst hergestellt werden kann. Außerdem hat Ghee eine leicht alkalisierende Wirkung und unterstützt daher bei einer basischen Ernährungsweise.

Therapeutisch wird Ghee im Ayurveda traditionell sehr vielfältig verwendet, z.B. bei Verdauungsproblemen, Psoriasis, zur Entgiftung und sogar bei Arteriosklerose. Man mischt es gerne mit verschiedenen Kräutern aus der ayurvedischen Pflanzenheilkunde, denn es ist als Trägerstoff ideal geeignet. Dieses sogenannte „medizinierte Ghee“ kann dann beispielsweise Shatavari, Ashwagandha oder Triphala enthalten und für die entsprechenden Indikationen innerlich und äußerlich eingesetzt werden. Gute Erfahrungen gibt es auch bei Augenerkrankungen, beispielsweise bei Symptomen des „Sicca-Syndroms“ (trockenes Auge). Ghee wird genutzt bei Erkrankungen wie Morbus Crohn oder gegen Verstopfung. Es soll freie Radikale binden, Leber und Galle entlasten. Und das ist nur eine kleine Auswahl der möglichen Anwendungsgebiete.

In Bezug auf die Doshas erhöht Ghee das Kapha-Dosha, reduziert Vata und kühlt Pitta. Gerade für das Vata-Dosha ist Ghee wahres Gold, denn Vata-Naturen sind trocken und benötigen „Schmiere“ für Gelenke und Organe.

Trotz aller positiven Effekte: Ghee ist Fett und sollte entsprechend in Maßen genossen werden. Empfohlen sind ca. 1-2 TL täglich. Zuviel Ghee macht nicht nur dick, sondern es kann durch seine kühlende Wirkung auch das Verdauungsfeuer „Agni“ reduzieren. Und was es damit auf sich hat, lesen Sie demnächst in diesem Blog.

Rezept für die Herstellung von Ghee:
  • Bio-Butter in einem Topf langsam erhitzen, bis sie zu köcheln beginnt.
  • Die flüssige Butter bei geringer Hitze 20–30 Min. weiterköcheln lassen. Es bildet sich ein Schaum an der Oberfläche, der mit einem Esslöffel oder einem speziellen Schöpflöffel abgeschöpft und dann entsorgt wird.
  • Wenn die Butter einen goldbraunen Farbton angenommen hat und sich kein neuer Schaum mehr bildet, wird der Topf vom Herd genommen.
  • Das leicht abgekühlte aber noch flüssige Ghee durch ein sauberes dünnes Tuch bzw. einen Kaffee- oder Teefilter abgießen. 
  • Dann in sehr saubere, verschließbare Gläser füllen. 
  • Erst nach dem vollständigen Abkühlen sollten die Gläser gut verschlossen werden. 
  • Es empfiehlt sich, eine größere Menge zu produzieren, da Ghee viele Monate bis Jahre ohne besondere Kühlung haltbar ist. Dennoch sollte es dunkel und nicht zu warm gelagert werden, z.B. im Keller.

Als Heilpraktikerin und medizinische Ayurveda-Spezialistin erstelle ich gerne für Sie einen auf Ihre Konstitution abgestimmten Ernährungsplan. Hier geht's zur Terminvereinbarung. 

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