Stress lass nach!

26. September 2019

Stress ist ein Hauptfaktor bei Ein- und Durchschlafproblemen, kann zu Herz- und Kreislaufbeschwerden wie Bluthochdruck führen. Aber auch Kopf- und Rückenschmerzen oder ein Tinnitus können stressbedingt sein. Ebenso sind Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Verstopfung, Reizdarm oder Sodbrennen nicht selten psychosomatischer Natur. Gründe genug also, um dem Stress den Kampf anzusagen! 

Wie gestresst die Deutschen sind, zeigen immer wieder viele Umfragen. Aus einer repräsentativen Studie von Swiss Life und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov vom Juli 2019 ging hervor: 63 Prozent der Deutschen haben einen (eher) hohen Stresslevel im Job.Mehr als 2000 Menschen nahmen an der Studie teil. Neben dem Zeitdruck nennen die Befragten vor allem eine unangenehme Arbeitsatmosphäre bzw. Ärger mit Kollegen, Leistungsdruck und die große Aufgabenmenge als Gründe für ihre belastende Situation. Aufgabenvielfalt oder geforderte Flexibilität machen den Deutschen der Umfrage zufolge hingegen weniger aus. 

Interessant: Die Gehaltsfrage scheint sich ebenfalls auf den Stresslevel auszuwirken. Denn obwohl eine angemessene Vergütung für die Mehrheit der Deutschen der wichtigste Zufriedenheitsfaktor im Job ist, so erhöht sie doch gleichzeitig den Stress. Beispielsweise fühlen sich die Menschen in Bayern und Schleswig-Holstein im Verhältnis zum Rest Deutschlands besonders angemessen vergütet – aber eben auch besonders gestresst. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg ist das Gegenteil der Fall. 

Inzwischen sind psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen und Angststörungen mit 37 Prozent die häufigste Ursache für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben. Gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparats. *

Stress reduzieren mit Yoga & Ayurveda

Ein natürlicher Weg zur Stressreduktion ist das regelmäßige Praktizieren von Yoga und Meditation. Dabei sollte man jedoch eine ruhige, sanfte Yogaform auswählen, die den aktuellen Bedürfnissen angepasst ist. Gute Yogapraxis kann eine Verlangsamung der Herzfrequenz im Ruhezustand bewirken, zur Normalisierung des Blutdrucks beitragen sowie die Atmung verlangsamen und vertiefen. Dadurch wird der Abbau von Stresshormonen gefördert. Insgesamt lässt sich sagen, dass Yoga die Entspannung fördert und und regulierend in akuten Stresssituationen wirkt. Das ist auch ein Grund, warum Yoga von den Krankenkassen als Präventivmaßnahme zur Stressbewältigung anerkannt ist. ** 

Auch die Ernährung spielt in stressigen Zeiten eine wichtige Rolle. So können Stressbelastungen reduziert werden, indem wir uns "sattvisch" ernähren. Das bedeutet: frische Nahrungsmittel, achtsam zubereitet und warm gegessen. Zum Beispiel mit Nüssen, Milchprodukten, Ghee (geklärte Butter) und natürlich viel Gemüse. Am Morgen statt trockenem Müsli besser einen feuchten Brei mit gedünstetem Obst, gesüßt mit etwas Honig. Sehr scharfe und saure Nahrungsmittel sind zu meiden, ebenso wie Kaffee, Weißmehl, Frittiertes und weißer Zucker. Außerdem sollten Sie auf zuviel Fleisch, Fisch und Eier sowie auf Fertiggerichte und Fast Food verzichten. Diese Ernährungsweise wird im Ayurveda auch bei Vata-Störungen empfohlen (das Dosha, das bei Stress meist in die Höhe schießt). 

Die ayurvedische Tagesroutine bei Stress lautet etwas verkürzt: Regelmäßigkeit, Wärme und Öl. Ein regelmäßiger Tagesablauf mit festen Essens- und Schlafenszeiten kann viel bewirken. Wichtig ist, die ayurvedische "Tagesuhr" zu berücksichtigen. Das bedeutet vor allem: morgens früh aufstehen, abends früh zu Bett gehen und keine geistige Arbeit mehr am Abend (der Abend ist für soziale Kontakte, Familie und Freunde reserviert). Durch die tägliche Selbsteinölung mit warmem Sesamöl wird Vata gesenkt. Das Öl wird dann nach etwa einer halben Stunde wieder mit Seife abgeduscht. Der Mund- und Rachenraum wird mit Mundziehöl oder Sesamöl gespült.

Auch phytotherapeutisch gibt es hilfreiche Kräuter bei Stress und den damit häufig verbundenen Schlafstörungen. Doch dazu sollte ein kompetenter Ayurveda-Therapeut befragt werden, denn von Selbstmedikation wird im Ayurveda abgeraten. Es gibt leider nicht "das" richtige Kraut für jeden, denn Ayurveda ist sehr individuell. Am besten also, Sie lassen sich ein passendes Massnahmenprogramm zusammenstellen, dass zu Ihrer Konstitution passt.


*Quelle: www.swisslife.de
**Quelle: www.bdy.de

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