Yoga für das Vata Dosha
18. Januar 2021
Quirlig, lebendig, kreativ, kommunikativ... Vata-Menschen haben viele gute Eigenschaften. Schließlich ist das Vata-Dosha das Bewegungsprinzip in der ayurvedischen Denkweise. Kommt es allerdings zur übermäßigen Ansammlung von Vata, also zu einer Vata-Störung, können Ängste, Unruhe und Schlafstörungen die Folge sein. Eine gute Yogapraxis kann Vata-Konstitutionen dabei helfen, das Dosha zu besänftigen und die Balance zu erhalten. Lesen Sie mehr dazu...

Was ist eigentlich Vata?
Vata ist das ayurvedische Dosha, das für alle Bewegungen in unserem Körper und auch in unserer Umwelt verantwortlich ist. Vata sorgt dafür, dass das Blut durch die Adern fließt, dass die Atemluft durch den Körper strömt und dass die Nahrung durch den Verdauungstrakt geführt wird (Sitz ist der Dickdarm). Aber Vata ist auch im Wind, der durch die Bäume weht, im Wellengang des Meeres und in den Bewegungen unseres Geistes spürbar.
Vata setzt sich aus den Elementen Raum bzw. Äther und Luft zusammen. Entsprechende Eigenschaften besitzen Vata-Menschen: eher feingliedriger Körperbau (wenig Masse), oft zu Trockenheit und Kälte neigend, geistig sowie körperlich unruhig. Vata-Menschen sind meist sehr aktive und kreative Persönlichkeiten, die stets etwas Neues suchen. „Mit dem Kopf in den Wolken“ träumt Vata stets von neuen Projekten und hat viele Ideen. Das bedeutet aber auch, dass Vata-Naturen nicht lange bei der Sache bleiben können.
Vata neigt zu Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, zu Arthrosen, neurologischen Störungen und Schmerzgeschehen im Allgemeinen. Ein besonders häufiges Problem sind Schlafstörungen. Vatas unruhiger Geist produziert gerne Gedankenspiralen, aus denen er sich ohne die passende Technik nur schlecht selbst befreien kann. Besonders hier kann eine passende Yoga- und Meditationspraxis helfen.
Der „Baum“ bei Vata-Störungen?
Häufig ist im Internet die Empfehlung für Balancehaltungen zum Vata-Ausgleich zu finden. Ich persönlich empfehle das nicht. Warum? Yoga ist eine Erfahrungslehre. Die Erfahrung, die Vata beispielsweise im „Baum“ macht ist: Instabilität und dadurch auch Unruhe. Es sollte aber im Gegenteil die Erfahrung von Stabilität und Festigkeit gemacht werden, um Vata zu senken. Übungen wie den Baum können nur sehr geübte Yogis mit ruhigem Geist, feinem Atem und guter Standfestigkeit durchführen. Menschen mit Vata-Störung werden nach meiner Erfahrung davon eher noch unruhiger und wackeliger. Natürlich ist die Zielvorgabe für einen Vata-Menschen, eine Balancehaltung gut und stabil durchführen zu können. Das bedeutet natürlich, dass man daran arbeiten sollte. Aber gleich mit der Königsdisziplin zu beginnen, ist sicher keine so gute Idee. Ein Variante von Tadasana (Arme heben im Zehenstand) könnte daher die sinnvollere Übung bei einer Vata-Störung sein.
Was für ein Yoga braucht Vata?
Im Ayurveda gleichen wir immer mit Gegensätzlichem aus. Im Fall von Vata bedeutet das, den Himmelsstürmer auf den Boden der Tatsachen zu holen. Eine sanfte Yogapraxis mit viel Bodenkontakt im Stehen und Liegen ist aus ayurvedischer Sicht optimal. Auf trendiges „Aerial Yoga“ oder wackelige Balancehaltungen, womöglich noch auf dem SUP, sollte verzichtet werden. Auch wenn Vata gerne bei neuen Yoga-Trends dabei ist: In einer ruhigen und erdenden Praxis liegt längerfristig die Chance auf Wirksamkeit. „Vinyasa Krama“ ist das Zauberwort, in kleinen Schritten dem Ziel näher kommen, durchhalten, stetig dran bleiben. "Tapas" entwickeln (Yogasutra 2.1). Das ist eine Herausforderung für Vata, aber aus therapeutischer Sicht unbedingt notwendig.
Stress abbauen und in Ruhe, ohne körperliche Überanstrengung Üben ist der Leitgedanke der Yogapraxis für Vata. Also lieber täglich eine kleine Yogaeinheit mit 20 Minuten, als einmal wöchentlich 1,5 Stunden. Lieber drei Wochen lang die gleiche Praxis üben und dabei gut nach innen kommen, als jeden Tag etwas Neues einstudieren und an der äußeren Form hängen bleiben. Auch wenn es für Vata-Menschen vielleicht langweilig wirkt, hat eine solche Routine einen sehr wohltuenden Effekt auf Körper und Geist. Wer es dann noch schafft, täglich zur gleichen Zeit zu üben, hat alles richtig gemacht.
Da wir bei der Erarbeitung einer individuellen oder gar therapeutischen Yogapraxis immer auf jeden Menschen mit seinen körperlichen Voraussetzungen schauen, können die unten genannten asana natürlich nur beispielhaft sein. Letztlich kommt es nicht so sehr auf die einzelnen Asana an, sondern auf die innere Einstellung und die damit verbundene Art und Weise, WIE geübt wird:
Geeignet sind (abhängig von den individuellen körperlichen Voraussetzungen)
- Standhaltungen, Vorbeugen, Asana im Vierfüßlerstand und im Liegen
- Haltungen die den Ausatem fördern
- Besonders wichtig sind die Pausen zum Nachspüren, gerne im Liegen (Savavasana)
- Tönen oder summen während der Praxis ist sehr hilfreich und unterstützt den langen Ausatem
- Atemübungen, die den Ausatem betonen sollten zu jeder Praxis dazu gehören. Auch Brahmari oder Anuloma (Ausatem durch ein halbes Nasenloch) sind mögliche Pranayamas.
- Meditation mit Fokus auf die Bewegung des Atemraums, sonstige Empfindungen im eigenen Körper oder die Wahrnehmung des Bodenkontakts (besser „echte“ Wahrnehmung als suggestive „Fantasiereisen“).
- Regelmäßige Tagesabläufe
- Pausen und Ruhephasen wann und wo immer es geht
- 3x täglich warm und frisch gekocht essen
- Süße, saure und salzige Geschmacksrichtungen bevorzugen (kein Industriezucker)
- Gute Öle und Ghee verwenden
- Trockenheit durch viel Trinken ausgleichen, z.B. heißes Wasser oder Kräutertees
- Frühes Schlafen gehen bis spätestens 22 Uhr
- Tägliche Ganzkörper- oder zumindest Fußmassagen (abhyanga bzw. padabhyanga) mit Sesamöl oder mediziniertem Vata-Öl durchführen und danach abduschen.
- Wärme: warme Kleidung, (Dampf-)Bäder, warmes Klima

Weiterbildung muss nicht immer im Seminarraum stattfinden. Immer mehr Menschen entdecken Bildungsurlaube, die Lernen mit Bewegung, Naturerlebnissen und persönlicher Entwicklung verbinden. Besonders beliebt sind Angebote, bei denen die Inhalte während geführter Wanderungen in den Bergen erarbeitet und durch Yoga-Einheiten ergänzt werden. Doch warum lohnt sich ein Bildungsurlaub mit Wandern und Yoga überhaupt? Welche Vorteile haben Arbeitnehmende davon – und warum sollten Arbeitgeber solche Bildungsmaßnahmen unterstützen?

Der Berufsalltag wird für viele Menschen zunehmend anspruchsvoller: Hohe Arbeitsdichte, ständige Erreichbarkeit und die Herausforderung, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen, können langfristig zu Stress und Erschöpfung führen. Umso wichtiger wird es, wirksame Strategien für Gesundheit, Resilienz und nachhaltige Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Ein Bildungsurlaub mit den Schwerpunkten Yoga und Ayurveda bietet hierfür eine wertvolle Möglichkeit, neues Wissen zu erwerben und gleichzeitig aktiv etwas für das eigene Wohlbefinden zu tun. Das kommt letztlich nicht nur den Arbeitnehmenden, sondern auch den Arbeitgebern zugute. Deshalb ist das Recht auf 5 Tage Bildungsurlaub pro Jahr als "Zusatzurlaub" inzwischen in fast allen Bundesländern gesetzlich verankert.













