Die ayurvedische Morgenroutine
1. Januar 2021
Zur Gesunderhaltung empfiehlt der Ayurveda jedem Menschen eine reinigende Morgenroutine (Dinacharya), die für alle Konstitutionstypen (Doshas) geeignet ist. Wie alles im Ayurveda, verfolgt auch dieses Konzept einen ganzheitlichen Ansatz, denn es umfasst zugleich die körperliche und geistige Ebene. Das Gute daran: es muss nicht zwingend alles auf einmal in den Alltag integriert werden. Wer morgens wenig Zeit hat, kann sich ein paar passende Elemente herauspicken und damit schon viel erreichen.

Warmes Wasser
Sehr wirkungsvoll und leicht in den morgendlichen Ablauf zu integrieren: Als erstes nach dem Aufstehen empfiehlt der Ayurveda, 1-2 Gläser warmes Wasser zu trinken! Dadurch sollen Stuhlgang und Stoffwechsel angeregt werden. Mein Tipp: füllt Euch am Abend eine kleine Thermosflasche mit abgekochtem Wasser und stellt sie neben das Bett. So habt Ihr den Muntermacher am Morgen immer direkt in bis dahin trinkfähiger Temperatur parat.
Morgentoilette mit Ölziehen
Nach einem möglichst ausführlichen Toilettengang, der stets ohne Druck und in aller Ruhe erfolgen sollte, werden die Zähne geputzt und das Gesicht gewaschen. Die Zunge sollte mit einem Zungenschaber gereinigt werden (klassischerweise aus Metall). Dadurch wird Zungenbelag entfernt, der häufig zu Mundgeruch führt und auch ein Hinweis auf Schlackenstoffe (Ama)
sein kann. Den Abschluss bildet Gandusha, das Ölziehen: einen Löffel Sesamöl oder spezielles Mundziehöl (z.B. aus dem Drogeriemarkt) wird für einige Minuten im Mund bewegt und durch die Zahnzwischenräume gezogen. Für Pitta-Konstitutionen ist auch Olivenöl geeignet. Anschließend das Öl in ein Tuch spucken und im Hausmüll entsorgen. Wer mag, kann den Mund mit etwas warmem Wasser ausspülen, um Ölreste zu entfernen. Durch das Ölziehen werden Gifte aus dem Mundraum gelöst sowie Zähne und Zahnfleisch gepflegt.
Körper einölen
Die Abhyanga, das Einölen des Körpers, ist eine zentrale Technik des Ayurveda. Das Öl entfernt aus ayurvedischer Sicht Giftstoffe über die Haut. Deshalb darf es auch nicht auf dem Körper verbleiben. Auf mentaler Ebene macht das Öl widerstandsfähiger gegen Stress, es sorgt sozusagen für ein "dickes Fell". Möglichst jeden Morgen sollten sich besonders Vata-Konstitutionen mit Sesamöl und Pitta-Konstitutionen mit Sonnenblumenöl einölen. Für ausgeprägte Kapha-Konstitutionen bzw. bei Kapha-Störungen eignet sich besser die trockene Massage mit einem Garshan-Handschuh aus Rohseide. Für alle Doshas gibt es auch passende medizinierte Öle, die das jeweils dominante Dosha im Zaum halten sollen. Wer keine Zeit hat, den gesamten Körper einzuölen, sollte zumindest die Füße, den Kopf und die Ohren behandeln.
In der Zwischenzeit: Yoga & Meditation
Während das Öl für etwa eine halbe Stunde einwirkt, ist Zeit für eine gute Yogapraxis mit Atemübungen und einer kurzen Meditation. Am besten zieht Ihr Euch dafür einen alten Jogginganzug über, denn das Öl bekommt man schlecht wieder raus. Spätestens nach einer Stunde muss das Öl mit Seife bzw. Duschgel abgeduscht werden.
Nasenpflege
In der Erkältungszeit kann eine regelmäßige Nasenspülung (Nethi) mit lauwarmer Kochsalzlösung vorbeugend wirken. Schleim kann sich nicht so gut festsetzen, Bakterien wird der Nährboden entzogen. Wichtig ist, dass ihr dafür eine isotonische Kochsalzlösung verwendet (Salzanteil von 0,9 %, gibt es fertig in der Apotheke oder als Portionsbeutel). Andernfalls trocknen die Schleimhäute aus, es kommt zu Brennen oder sogar Nasenbluten. Die Kochsalzlösung lässt man mit einem Nasenkännchen oder einer speziellen Nasendusche aus der Apotheke in das eine Nasenloch ein- und zum anderen Nasenloch wieder heraus fließen. Grundsätzlich empfehlenswert ist eine Nasenspülung in der Erkältungszeit oder bei Allergikern in der Zeit des Pollenfluges. Prophylaktisch sollte es bei gesunden Menschen nicht zu häufig angewendet werden (z.B. einmal wöchentlich). Im Anschluss an die Nasendusche kann man zur Schleimhautpflege wenige Tropfen Ghee oder spezielles Nasya-Öl in die Nasenlöcher geben.
Ayurvedisch frühstücken
Im Anschluss an die Morgenroutine ist ein schöner ayurvedischer Brei ideal. Ein leckeres Rezept dazu findet Ihr
hier.
Keine Zeit?
Sicher ist eine solche Prozedur nicht für jedermann täglich machbar. Schließlich haben die meisten Menschen nicht die Zeit für so eine intensive Morgenroutine. Aber schon das eine oder andere Element aus dieser Liste kann sich positiv auswirken. Probiert es zum Beispiel erst einmal mit dem warmen Wasser, dem täglichen Zunge schaben und Öl ziehen. Die Abhyanga, das Einölen, kann in Kombination mit der Yoga- und Meditationspraxis zum Beispiel auch gut am Abend durchgeführt werden. Das ist sehr entspannend nach einem stressigen Tag. Am Wochenende oder im Urlaub darf es dann vielleicht auch öfter mal die ganze Routine sein. Persönlicher Tipp
Kleine Stellschrauben können oft auch großes bewirken. Deshalb gilt für das gesamte ayurvedische Gesundheitssystem: Nähert Euch Schritt für Schritt. Das ist allemal besser, als am eigenen Perfektionismus zu scheitern.
Bei gesundheitlichen Problemen biete ich als Heilpraktikerin eine ayurvedische Anamnese mit entsprechendem Behandlungsplan (auch Online möglich). Zur Terminvereinbarung.

Weiterbildung muss nicht immer im Seminarraum stattfinden. Immer mehr Menschen entdecken Bildungsurlaube, die Lernen mit Bewegung, Naturerlebnissen und persönlicher Entwicklung verbinden. Besonders beliebt sind Angebote, bei denen die Inhalte während geführter Wanderungen in den Bergen erarbeitet und durch Yoga-Einheiten ergänzt werden. Doch warum lohnt sich ein Bildungsurlaub mit Wandern und Yoga überhaupt? Welche Vorteile haben Arbeitnehmende davon – und warum sollten Arbeitgeber solche Bildungsmaßnahmen unterstützen?

Der Berufsalltag wird für viele Menschen zunehmend anspruchsvoller: Hohe Arbeitsdichte, ständige Erreichbarkeit und die Herausforderung, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen, können langfristig zu Stress und Erschöpfung führen. Umso wichtiger wird es, wirksame Strategien für Gesundheit, Resilienz und nachhaltige Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Ein Bildungsurlaub mit den Schwerpunkten Yoga und Ayurveda bietet hierfür eine wertvolle Möglichkeit, neues Wissen zu erwerben und gleichzeitig aktiv etwas für das eigene Wohlbefinden zu tun. Das kommt letztlich nicht nur den Arbeitnehmenden, sondern auch den Arbeitgebern zugute. Deshalb ist das Recht auf 5 Tage Bildungsurlaub pro Jahr als "Zusatzurlaub" inzwischen in fast allen Bundesländern gesetzlich verankert.













